Pfarrkirche hl. Petrus Canisius und Pfarrhaus

Ein Gesamtkunstwerk der Tiroler Moderne.

1966 wird ein Wettbewerb zur Errichtung des Pfarrzentrums Petrus Canisius mit Kirche, Pfarrhaus und Jugendheim sowie einem Studentenwohnheim ausgeschrieben, bei erstere als bauliche Einheit vorgesehen sind und ursprünglich auch ein freistehenden Kirchturm umfassen. Am Wettbewerb beteiligen sich Hermann Hanak (1935–2017), Norbert Heltschl (1919–2017), Ekkehard Hörmann (1933–2014), Josef Lackner (1931–2000) und Horst Herbert Parson (1935–2015). Zur Ausführung gelangt das Projekt von Architekt Horst Parson und in Abstimmung mit dem architektonischen Konzept entwirft er auch Ausstattungs- und Einrichtungstücke der Kirche und der Pfarrerwohnung. Die Bauarbeiten beginnen mit dem Spatenstich am 7. Oktober 1968, am 2. Juli 1972 wird die Kirche geweiht, 1975 erfolgt mit der Fertigstellung des Jugendheimes und der Außenanlage zwischen Kirche und Studentenheim der Abschluss der Bauarbeiten.

Die Planung der Pfarrkirche hl. Petrus Canisius mit Pfarrhaus ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem von der technischen Struktur bis zum kleinsten Einrichtungsgegenstand, von den Baumaterialien bis zu den Oberflächen alles vom Architekten einheitlich durchdacht und geplant, geformt und in hochwertiger Bau- und Handwerksarbeit ausgeführt wird. Der Entwurf eines zentralisierenden Kirchenraums gewinnt durch die Überlagerung des im Sinn des Betonbrutalismus ausgeführten Baukörpers mit dem aus der Gotik entlehnten Ansatz der strukturellen Auflösung der Außenwände eine kontemplative Atmosphäre mit einer starken und in Tirol in dieser Form einmaligen Ästhetik.

Kirchenraum, Entwurf Arch. Horst Parson

Pfarrsaal, Entwurf Arch. Horst Parson

Kerzenständer, Entwurf Arch. Horst Parson

Blumenständer, Entwurf Arch. Siegfried Stoll

Die Planung der Ausstattung und Einrichtung für das Pfarrhaus, sowie von einzelnen Mobiliaren und Gegenständen in der Kirche stammt von Architekt Siegfried Stoll, der sich stilistisch eng an Architekt Horst Parson orientiert und sich in Materialwahl, Gestaltungsdetails und Farbigkeit an die bestehenden Ausstattungen anpasst.

Ein Dank für mündliche Auskünfte an Arch. Philipp Stoll, Arch. Markus Illmer, Pfarrer Mariusz Sacinski.

Arbeitszeitraum2025
BearbeitungBarbara Lanz, Sonja Mitterer, Patricia Tartarotti, Martha Fingernagel-Grüll
ProjektpartnerDiözese Innsbruck
Bundesdenkmalamt Innsbruck
Archiv für Bau.Kunst.Geschichte Innsbruck