Ehemaliges Pfleg- und Gerichtshaus in Lofer
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Nach einem Brand 1731 entsteht unter Einbezug älterer Bauteile ein repräsentativer Bau an der Durchzugsstrasse durch Lofer. ![]() Ansicht der Hauptfassade. Stempel auf der Rückseite: LASCHENSKY / P. Z. 1877. anno 1887. – Städt. Museum Carolino Augusteum (Angaben nach der Objektinformation zum Digitalisat, Salzburg Museum). Salzburg Museum, Architektursammlung (Pläne und Modelle), Inv.-Nr. 16594-49. Das Pfleggericht des Erzstiftes Salzburg in Lofer ist seit Beginn des 15. Jahrhunderts im Turm von Luftenstein beim Pass Luftenstein, einem ehemaligen Besitz der Herren von Walchen, untergebracht und wird unter Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems 1615 nach Lofer verlegt. Mit der Verlegung dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit der frühbarocke Baubestand des ehemaligen Pfleggerichts an der Durchzugsstraße in Lofer entstehen. Das Gebäude wird unter Einbezug eines älteren, möglicherweise frühgotischen Baukerns errichtet, der lediglich im mittigen Raum der südlichen Raumachse, mit Abmessungen von etwa 5,8×5,2 Metern und Mauerstärken von 75cm nachweisbar ist. Der frühbarocke Baubestand entspricht in seiner Anlage mit Ost-West gerichtetem Mittelflur und je einer seitlichen Raumachse, sowie seiner Ausdehnung annähernd dem heutigen Bau. Nach einem großen Brand im Markt Lofer am 26.11.1731 wird das Gebäude unter Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian zwischen 1732 bis 1735 wieder aufgebaut, dabei die frühbarocke Grundrissanlage beibehalten, die westlichste Raumachse abgetragen und etwas breiter als ursprünglich neu errichtet. Das Gebäude erhält seine charakteristische Fassade mit plastischen Gliederungselementen und ein abgewalmtes Grabendach mit mittiger Grabenrinne und zwei Firsten. Nach Ankauf durch die Gemeinde 1928 werden im Gebäude die Poststelle und Wohnungen untergebracht, 1955 erfolgen weitere bauliche Veränderungen im Inneren mit Ausbau des Dachgeschosses zu einem 2. Obergeschoss. Auf das äußere Erscheinungsbild wirken sich dabei die Aufgabe des Grabendachs zugunsten einer mittigen flachen Satteldachkonstruktion und die Ausführung von Dachgauben aus. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgen schrittweise weitere Veränderungen: 1976/77 eine Fassadenrenovierung, 1983/84 ein Ausbau, der die Grundstruktur durch Ausbrechen von Wänden und Einzug neuer Binnenteilungen abschnittsweise stark verändert und dem weitgehend die heute vorhandenen Ausstattungen angehören, sowie 1989 die Erneuerung sämtlicher Fenster, in der ebenfalls heute noch erhaltenen Form. ![]() Situationsplan mit Grundriss Erdgeschoss des Gebäudes, von Baumeister und Hofmaurermeister Tobias Kendler. Signiert rechts unten: Tobias Khendler. (Stempel auf der Rückseite) Salzburg Museum, Architektursammlung (Pläne und Modelle), Inv.-Nr. 16607-49. ![]() Neben der barocken Faschenrahmung sind Reste der älteren, vermutlich frühbarocken Fassadenverputzung erkennbar.
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