Einhof Untermieming

Der Einhof mitten im Ortszentrum von Untermieming birgt eine jahrhundertelange Baugeschichte, die bereits im Mittelalter beginnt…

Der Baukern des Hofes reicht bis in die Spätromanik des 14. Jahrhunderts zurück. Zwei ursprüngliche Baukerne werden in der Gotik zu einem einheitlichen Gebäude zusammengefasst. Dieses wird wohl noch im 16. Jahrhundert materiell geteilt, wie die Anlage von zwei getrennten Küchen belegt. Die Erweiterung um den weiträumigen Wirtschaftsteil mit Errichtung eines einheitlichen Daches dürfte zeitlich mit dem Datum 1714 an der Giebelinschrift zu sehen sein. Das Gebäude wird in den folgenden Jahrhunderten strukturell weitgehend belassen, das heutige Erscheinungsbild stammt aus dem 19. Jahrhundert.


Der Einhof in Untermieming entspricht in seinem äußeren Erscheinungsbild den ortstypischen Bauernhäusern mit einem vorderen Wohnteil und einem Wirtschaftsteil mit Stall und Tenne an der Rückseite des Gebäudes. Der Wohnteil ist zur Gänze gemauert und wird im Süden im Erdgeschoss und im Obergeschoss über eine hölzerne Freitreppe erschlossen. Die Eingänge führen jeweils in einen breiten Mittelflur mit seitlich anliegenden Wohnräumen. Der Bundwerkgiebel mit Giebelsöller trägt die Inschrift 1714, Fassadenfresken aus dem 19. Jahrhundert schmücken das Obergeschoss. Im Wirtschaftsteil ist über dem gewölbten Stall in Ständerbauweise die Tenne mit giebelseitiger Einfahrt errichtet.

Das Team von bauforschung-tirol ist für die bauhistorische Bearbeitung beauftragt.

Arbeitszeitraum2022
BearbeitungBarbara Lanz, Sonja Mitterer, Patricia Tartarotti
ProjektpartnerMag. Martha Fingernagel-Grüll
ao.Univ.Prof. Dr. Kurt Nicolussi, Universität Innsbruck