Höfekarte Toblach

Siedlungsgeschichte sichtbar gemacht: als Teil des Höfebuchs von Toblach entsteht eine Karte mit Eintragung aller historischen Bauernhöfe und bäuerlichen Bauten wie Mühlen und Sägen.

Die Südtiroler Kulturlandschaft ist das Ergebnis jahrhundertelanger bäuerlicher Tradition. Bauernhöfe und anonyme Architektur wie Mühlen, Backöfen oder Stadel prägen das Bild unseres Landes. Mit dem aktuellen Wandel und dem Verschwinden der bäuerlichen Gesellschaft wandeln sich auch die Ansprüche und Anforderungen an die Gebäude. Vermehrt ist die Diskussion von Erhalt und Abriss, Anspruch und Nutzbarkeit Thema in Medien, Politik und Bevölkerung.

Die Höfekarte beinhaltet die Erhebung und Dokumentation der Höfe und der historischen Hofstellen im gesamten Gemeindegebiet. Dafür wird jedes Gebäude anhand eines speziellen Kriterienkataloges und eines Datenblattes systematisch nach bauhistorischen und typologischen Aspekten erfasst. In Überlagerung mit dem historischen Kataster von 1856 werden Veränderungen der gebauten Kulturlandschaft ersichtlich. Ziel der Erhebung ist es, das Wissen um die alten Name und die Geschichte der Bauernhöfe zu sammeln. Neben dem Baualter sind auch der aktuelle Bestand der Höfe sowie ihr Erhaltungszustand interessant: stehen Wohnhaus und Stadel noch an derselben Stelle wie ursprünglich, wurden die Gebäude umgebaut oder abgebrochen und an anderer Stelle neu gebaut? Die Ergebnisse werden in die Höfekarte eingetragen und zugleich ein Text zu Baustruktur und Baugeschichte verfasst. Bei dieser Arbeit ist das Wissen der Besitzer und einheimischen Bevölkerung von besonderem Wert: in der Familie überliefertes Wissen und Erinnerungen erzählen oft mehr als Geschichtsbücher.

Arbeitszeitraum2018-2020
Bearbeitung Barbara Lanz, Sonja Mitterer
ProjektpartnerBäuerliche Vereinigungen Toblach
Historikerteam Höfebuch
DI Katharina Kranewitter