Alte Prager Hütte am Großvenediger

Zeitreise in die Geschichte des Alpintourismus: die Restaurierung und Rückführung der Alten Prager Hütte am Großvenediger in den Originalzustand ist eine besondere Herausforderung für Forscher, Handwerker und Denkmalpfleger.

Die Alte Prager Hütte liegt am Weg von Innergschlöss zum Großvenediger auf 2.489m Seehöhe, gehört zur Sektion Oberland des DAV (ehemals Sektion Prag) und wird seit 2010 nicht mehr bewirtschaftet.

Eine erste Hütte wurde nach Plänen des Prager Kaufmannes Johann Stüdl 1872 errichtet. Um eine bessere Aussicht auf den damals noch wesentlich mächtigeren Gletscher zu haben, wurde die Hütte nicht am geplanten Standort errichtet und so nur 5 Jahre nach ihrem Bestehen von einer Lawine zerstört. Bereits 1877 wurde wiederum nach Plänen von Stüdl eine neue Schutzhütte errichtet, diesmal an das Gelände gerückt und mit Lawinenschutzmauer. Da der Gletschertourismus im ausgehenden 19. Jahrhundert rasant zunahm, wurde bald ein größerer Schutzbau, die Neue Prager Hütte auf 2.796m Seehöhe, notwendig. Die Alte Prager Hütte blieb so bis auf wenige Veränderungen in ihrer äußeren Gestalt bis heute nahezu unverändert, zählt zu den ältesten erhaltenen Alpenvereinshütten Österreichs und wurde 2011 unter Denkmalschutz gestellt.

2017 bis 2019 wurde die Hütte restauriert und in ihren Originalzustand zurückgeführt. Nach dem Ausbau der späteren Inneneinbauten und -verkleidungen wurden zahlreiche Details, wie in die Wand eingelassene Nischen zur Ablage der persönlichen Gegenstände hinter den Pritschen oder eine separate Kammer für Bergsteigerinnen, sichtbar, die eine detailgenaue Rekonstruktion der bauzeitlichen Raumausstattung des 19. Jahrhunderts erlaubten. Die Hütte ist das höchstgelegendste Museum Österreichs.

Arbeitszeitraum 2017 bis 2019
Bearbeitung Sonja Mitterer
ProjektpartnerDeutscher Alpenverein
Pescoller Werkstätten, Bruneck
Tischlerei Hans Großgasteiger, Ahrntal
Zimmerei Rupert Staffler, Lana
BDA Tirol